Palästina, in einem Land vor unserer Zeit...

Unter osmanischer Herrschaft

Während der osmanischen Herrschaft (1516–1917) war Palästina Teil des Osmanischen Reiches und gehörte zur Provinz (Vilâyet) Damaskus, später zum Vilâyet Beirut, mit Jerusalem als eigenem Verwaltungsbezirk. Die Region war landwirtschaftlich geprägt, mit Städten wie Jerusalem, Jaffa, Hebron und Nablus als Handels- und Kulturzentren. Religiöse und ethnische Vielfalt prägten das Gebiet, wobei Muslime, Christen und Juden zusammenlebten. Wirtschaftlich stagnierte Palästina zeitweise, doch im 19. Jahrhundert führten Reformen (Tanzimat) zu Modernisierungen, darunter der Ausbau von Infrastruktur und Verwaltung. Gegen Ende der osmanischen Herrschaft nahm der europäische Einfluss zu, insbesondere durch jüdische Einwanderung und britische Interessen.

Staatsgründung Israel

Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft übernahm Großbritannien 1920 das Mandat über Palästina. Die jüdische Einwanderung nahm zu, was zu Spannungen mit der arabischen Bevölkerung führte. 1947 schlug die UN eine Teilung vor, die von den Arabern abgelehnt wurde. 1948 rief Israel seine Unabhängigkeit aus, was zum ersten arabisch-israelischen Krieg führte. Hunderttausende Palästinenser wurden vertrieben („Nakba“). Seitdem prägen Konflikte, Besatzung und gescheiterte Friedensbemühungen die Region.

Siedlungsbau

Seit 1967 baut Israel im besetzten Westjordanland Siedlungen, die nach internationalem Recht als illegal gelten, da sie gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen. Diese Siedlungen verdrängen palästinensische Gemeinden und erschweren eine Zwei-Staaten-Lösung, da sie das Gebiet zersplittern. Trotz internationaler Kritik setzt Israel den Ausbau fort und unterstützt die Siedlerbewegung politisch und finanziell. Die Siedlungen sind ein zentrales Hindernis im israelisch-palästinensischen Konflikt und verschärfen Spannungen vor Ort.

Gazastreifen

Der Gazastreifen wird oft als das „größte Freiluftgefängnis“ bezeichnet, weil die rund 2,3 Millionen Einwohner kaum Bewegungsfreiheit haben. Israel und Ägypten kontrollieren die Grenzen, den Luftraum und den Seezugang, sodass Ein- und Ausreisen sowie der Warenverkehr stark eingeschränkt sind. Die Blockade, die seit 2007 besteht, führt zu massiver Armut, Arbeitslosigkeit und einer humanitären Krise. Seit 2007 haben zahlreiche Offensiven stattgefunden: 2009, 2010, 2014, 2018 und zuletzt der längste und vernichtendste Krieg nach dem 7. Oktober 2023. 

Berichten zufolge wurden über 45.000 Palästinenser getötet und etwa 100.000 verletzt (Statista 2025). Die Infrastruktur ist massiv beschädigt: 60 % der Wohngebäude und 80 % der Gewerbegebäude sind betroffen, ebenso wie 65 % des Straßennetzes. Rund 1,9 Millionen Menschen – etwa 90 % der Bevölkerung – wurden vertrieben. Die humanitäre Lage ist kritisch, mit eingeschränktem Zugang zu Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Amnesty International spricht von einem klaren Genozid gegen die Beölkerung Gazas.

Das Westjordanland steht seit den Oslo-Abkommen (1993/95) unter geteilter Kontrolle, doch Israel hat faktisch die Oberhand. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist politisch geschwächt, während israelische Siedlungen wachsen und Spannungen mit Palästinensern zunehmen. Häufige Razzien, Siedlergewalt und Proteste prägen den Alltag.

Im Westjordanland liegen mehrere bedeutende Städte, darunter:

  • Ramallah – De facto-Hauptstadt der Palästinensischen Autonomiebehörde, politisches und wirtschaftliches Zentrum.
  • Hebron – Größte Stadt, religiös und historisch bedeutsam, aber stark von Spannungen zwischen Palästinensern und israelischen Siedlern geprägt.
  • Nablus – Wirtschaftliches Zentrum mit historischer Altstadt, bekannt für Seifenproduktion und Süßigkeiten wie Knafeh.
  • Bethlehem – Christliches Pilgerziel mit der Geburtskirche Jesu.
  • Jericho – Eine der ältesten Städte der Welt, bekannt für archäologische Stätten.
  • Jenin – Nördliche Stadt mit einem großen Flüchtlingslager, oft Schauplatz von Konflikten.
  • Tulkarem & Qalqiliya – Städte nahe der israelischen Grenze, wirtschaftlich von Einschränkungen betroffen.

Diese Städte spielen eine zentrale Rolle im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Westjordanlands.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.